21.02.2025
Besinnungswort zum 15.02.2025
von Matthias Gering, Goldlauter-Heidersbach
Demokratie und Glauben
Am 23 Februar wählen wir einen neuen Bundestag. Gerade in den letzten Wochen werben alle Parteien mit ihren Direktkandidaten und den Wahlprogrammen für unsere Stimmen. Bei all diesen Wahlveranstaltungen stellt sich für mich die Frage : „ Was formt unsere Gesellschaft?“
Mir fallen dabei zwei Worte ein, die für mich sehr wichtig sind und in vielen Wahlprogrammen der Parteien mehr oder weniger eine Rolle spielen - Demokratie und Glauben. Für mich ist Demokratie mehr als ein politisches System. Für mich ist es ein lebendiger Ausdruck meines Willens und die Möglichkeit, meine Stimme zuerheben und aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Ich bin aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, zu wählen, zu diskutieren und natürlich auch Kompromisse einzugehen. Demokratie lebt von der Vielfalt von Meinungen und ermutigt mich, Unterschiede zu akzeptieren und zu respektieren. Der Glaube ist für mich Halt, Inspiration und Orientierung. Der Glaube ist meine Quelle der Hoffnung, die mir hilft, trotz Herausforderung und Unsicherheiten zuversichtlich zu bleiben. Der Glaube an das Gute im Menschen und die Möglichkeit positiver Veränderungen spielen für mich eine wichtige Rolle, um eine warmherzige und inklusive Gesellschaft mitzugestalten. Vorbild für mich ist da, Martin Luther der streitbare Kirchenmann. Er verteidigte seinen Standpunkt auch, als er massiv angegriffen und unter Druck gesetzt wurde. Luther suchte intensiv das Gespräch über das, was ihm unter den Nägeln brannte. Er wollte überzeugen, war aber auch bereit, zuzuhören und sich hinterfragen zu lassen. Diese Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung ist heute mindestens so wichtig wie damals! Unsere Demokratie lebt vom Gespräch, lebt von der gemeinsamen Suche nach guten Entscheidungen. Es braucht Menschen, die den Mut haben, sich anderen Meinungen auszusetzen, die auch mit denen sprechen, die anders denken als sie selbst. Die Art und Weise, wie Menschen miteinander sprechen und umgehen, zeigt mir die Verbindung zwischen Demokratie und Glauben. Ein respektvoller Dialog ist unerlässlich, um Verständnis und Toleranz zu fördern. Sowohl in der Politik, als auch im Glauben sollten wir uns gegenseitig zuhören, aufeinander zugehen, auch wenn wir unterschiedliche Ansichten haben. In einer Zeit, in der vielleicht auch viele Menschen das Gefühl haben, nicht gehört zu werden und sich im Glauben missverstanden fühlen, wünsche ich uns allen, dass wir Brücken bauen und die Werte der Demokratie und des Glaubens in Einklang bringen. Lassen sie uns in den nächsten Tagen, aber auch über das Ergebnis der Bundestagswahl hinaus darüber nachdenken, wie wir die Prinzipien der Demokratie leben können, indem wir unseren Glauben an die Menschlichkeit und die gemeinsame Verantwortung stärken. Mögen wir gemeinsam an einer Gesellschaft bauen, die nicht nur demokratisch, sondern auch geprägt ist vom Glauben und der Nächstenliebe. Lassen wir uns alle von Martin Luther mit seinen berühmten Worten die er auf dem Reichstag zu Worms gesagt haben soll „ Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ anregen alles zu tun für ein gutes, offenes Miteinander. Für das so finde ich, was wir niemals verlieren dürfen und was uns menschlich macht, für Achtung und Respekt in unserer Gesellschaft!